
Alle Jahre wieder ...
... steigt das «Messe-Fieber». Geht es Ihnen genauso? Ich empfinde diese Veranstaltung immer als etwas ganz Besonderes. Man spürt, dass in dieser Zeit weltweit alle Augen auf Nürnberg gerichtet sind, weil unserer Branche ein ganz einzigartiges Privileg zusteht: Zuerst eine komplette Übersicht über die Träume der Kinder von morgen zu erhalten. Doch was für die Jüngsten das Paradies wäre, ist für uns Business. Die Nürnberger Spielwarenmesse gehört zum absoluten Pflichtprogramm für Handel, Industrie – und die Medien.
Denn es steht längst nicht mehr nur das Ordern im Vordergrund. Um fachlich fit für die Zukunft zu sein und dem Wettbewerb standhalten zu können, profitieren die Besucher neben den Neuheiten selbst auch von informativen Zusatzangeboten. Messechef Ernst Kick erklärt im Interview auf den Seiten 180/181 u.a., warum man trotz eines straffen Terminplans den einen oder anderen Vortrag wahrnehmen sollte. Ein Thema, das allgegenwärtig ist, lautet «Toys4Teens». Das diesjährige Toy Fair Special verdeutlicht, weshalb die Zielgruppe der 13- bis 17-Jährigen für den Spielwarenfachhandel zunehmend Bedeutung gewinnt und wie man diese am besten anspricht. Die passenden Produkte stehen schon parat. Beispielsweise aus dem Bereich der Trendsportarten, wobei auch die in der Ukraine und Polen stattfindende Fußball-EM ihren Teil dazu beitragen wird. Weniger auf körperliche Bewegung setzt hingegen Spielzeug, das mit dem Internet oder sogar dem iPhone oder iPad in Verbindung steht. Immer stärker wird die reale mit der virtuellen Welt verknüpft. Daneben zeichnet sich ein weiterer Trend ab: Viele in diesem Jahr ersehnten Blockbuster (siehe Seite 174) scheinen das Lizenzgeschäft auf dem deutschen Markt kräftig anzukurbeln – allen voran die Marvel-Verfilmungen, Hasbros«Battleship» und «Der Hobbit». Es wird actionreich im Kinderzimmer.
Für gute Unterhaltung sorgt in diesem Jahr auch so mancher Hersteller, der die Spielwarenmesse nutzt, um sein Firmen- bzw. Markenjubiläum werbewirksam in Szene zu setzen. Schuco wird 100, ebenso wie Teddy-Hermann, das «Kettcar» feiert seinen 50. und Ses Creative kann auf 40 Jahre Unternehmensgeschichte zurückblicken – um nur einige Jubilare zu nennen. Herzlichen Glückwunsch allen an dieser Stelle! Anknüpfend an 2011 dürften sie sich nicht das schlechteste Jahr ausgesucht haben. Trotz massiver Probleme in der Euro-Zone wuchs die Wirtschaft um 3%. Höhere Löhne und eine Rekordbeschäftigung ließen den privaten Konsum steigen wie seit fünf Jahren nicht mehr. Trotz erwarteter Abkühlung deuten alle wichtigen Konjunkturindikatoren darauf hin, dass es mit der deutschen Wirtschaft ab dem Frühjahr bergauf geht. Die Spielwarenmesse ist – zumindest für unsere Branche – das wichtigste Barometer dafür. Hoffen wir, dass der Pegel steigt. Ich wünsche uns allen viel Erfolg!
Ihre
Scarlett Wisotzki
